Die Geschichte von Porec

Ihren Ursprung verdankt diese Stadt auf der Halbinsel Istriens der Unterwerfung der Histrier durch die Römer vor etwa zwei Jahrtausenden. Die Besatzer errichteten ein Militärlager, das sich im 1. Jahrhundert unter Kaiser Augustus zu einem wirtschaftlichen Zentrum der Colonia Iulia Parentium entwickeln sollte und dessen Umrisse heute noch erkennbar sind. Reste des Neptun- und des Marstempels aus dem 1. Jahrhundert sind auf dem Marafor-Platz zu finden.

Die Christianisierung erfolgte endgültig durch den Märtyrertod des späteren Schutzheiligen der Stadt, den ersten Bischof der Stadt, Maurus von Parenzo (3. Jahrhundert). Seinem Märtyrertod folgte 313 das Toleranzedikt. Seinem Bestattungsort, in einem Oratorium (Gebetssaal) eines römischen Privathauses, wurde eine Halle zugefügt, daraus entwickelte sich im 5. Jahrhundert der Bau einer Kirche, eine dreischiffige Basilika. Dieses Bauwerk ersetzte Bischof Euphrasius im 6. Jahrhundert durch einen Neubau, heute weist die Euphrasius-Basilika Relikte und Spuren sämtlicher Bauphasen auf, bis zurück zu den Vorgängerbauten (Bodenmosaiken) und wurde 1997 von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Die Gebeine des Schutzpatrons der Stadt sollten noch eine langwierige Reise auf sich nehmen. Im 4. Jahrhundert veranlasste Papst Johannes Paul IV. ihre Überführung nach Rom, gemeinsam mit den Reliquien anderer istrischer Heiliger. Über Genua gelangten sie erst 1935 wieder in die Heimatstadt Porec.

Porec verfiel in den kommenden Jahrhunderten unter den Fittichen verschiedener Herren; den Römern folgten die Ostgoten, die wiederum von den Franken abgelöst wurden. 1232 untersteht Porec den Patriarchen von Aquileia, bis 1792 Venedig, 1354 erfolgte eine Plünderung durch die Guenesen. Diese unruhigen Phasen spiegeln sich in der Architektur wieder, die Stadt verharrt und verfällt.

Erst im 15. Jahrhundert sollten die Stadtmauern Porecs neu befestigt werden als Schutz vor dem befürchteten Angriff der Türken. Jetzt entfaltete sich eine rege Bautätigkeit, deren Spuren auch das moderne Porec prägen; der heutige Stadtkern liegt außerhalb der inzwischen verfallenen Mauer, hier sind neben romanischen Häusern auch ein gotischer Palast zu sehen sowie die ehemalige Franziskanerkirche, im 14. Jahrhundert erbaut, 500 Jahre später umgebaut, seit 1861 Sitz des Istrischen Landtags.

Bis dieser hier einziehen konnte durch die Bestimmung Porecs als Hauptstadt Istriens, musste die Stadt weitere Rückschläge hinnehmen wie die Redzierung der Bevölkerung im 16. und 17. Jahrhundert durch die Pest, aufgefangen durch die Zuwanderung von Süddalmatinern im späten 17. Jahrhundert.

Nachdem Porec nach 500-jähriger Herrschaft Venedigs an Österreich fiel (1779), erlebte es einen Aufschwung durch die Besuche von Adligen der kaiserlichen-königlichen Monarchie, die hier die Sommermonate verbrachten. Großherzogin Stephanie löste diesen Zuspruch aus als sie 1866 die Riviera vor Porec mit ihrer Yacht besuchte und die Stadt der Öffentlichkeit vorstellte. Mit dem Bau des ersten Hotels 1910 war der Weg in die Tourismusbranche vorgezeichnet. Doch es sollte noch einige Einbrüche in der Entwicklung der Stadt und Region geben: 1944, nachdem 26 Jahre unter italienischer Herrschaft endeten, wurde es im Zweiten Weltkrieg stark durch Bombenangriffe zerstört.

Heute zählt Porec mit seinen 14000 Einwohnern zu den erfolgreichsten Tourismusregionen Kroatiens. Die nur 400 mal 200 Meter große Halbinsel beherbergt in einem Palast aus dem 18. Jahrhundert auch ein Heimatmuseum wo sich die Spuren der Geschichte verfolgen lassen - wie beim Gang durch die Altstadt.